Einleitung

Die Kopplung des Wärmemarktes mit dem Strommarkt zur Verwertung systembedingter regionaler Überschusskapazitäten auch nach weitgehend vollständigem Netzausbau ist derzeit ein sehr breit diskutiertes Thema in verschiedenen Gesellschaftsgruppen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Es wird dabei deutlich, dass eine Verschränkung des Strommarktes mit einem reformierten Wärmemarkt eine Herausforderung auch im Hinblick auf die notwendigen Wärmespeicherkonzepte darstellt. Gleichzeitig wird verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmend bewusst, dass diese Kopplung volks- und betriebswirtschaftlich Chancen aber auch Risiken in der Form beinhaltet, dass bisherige auf Erdgas, Fern-/Nahwärme oder Kraft-Wärme-Kopplung basierende Geschäftsmodelle zur Wärmeversorgung möglicherweise in Zukunft nicht mehr die gewohnten Renditen erzielen bzw. bei abnehmenden Wärmebedarfen durch zunehmend wärmeefiiziente Bauten die fixen und variablen Kosten im Wärmesektor sich stark verändern lassen werden.

Aktuell ergibt sich aus der Krim-Krise zudem noch eine weitere Perspektive, die deutlich macht, dass die Option einer verringerten Abhängigkeit von Erdgasimporten im Vergleich zu anderen Maßnahmen am schnellsten und aus Sicht der Versorgungssicherheit am effektivsten durch verstärkte regionale Nutzung von Überschusskapazitäten im Strommarkt zu erzielen wäre, wenn die verwaltungsrechtlichen und gesetzlichen Voraussetzungen bei gleichzeitigem Ausbau einer Nutzungs- und Wärmespeicherinfrastruktur dafür geschaffen würden.

In dem thematisch breit angelegten Workshop soll daher versucht werden, Chancen, Engpässe und Problemstellung bei der Kopplung des Strom- und Wärmemarktes am Beispiel der Windkraft-Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu identifizieren und Lösungsansätze z.B. auch über F&E-Projekte zu skizzieren.

Prof. Dr. Andreas Dahmke
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Prof. Dr.-Ing. Constantin Kinias
ErgoTOP
Jens-Christian Magnussen
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