Programm

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit dem Thema „Energiewende nicht ohne Wärmewende“ greifen die Initiatoren der Veranstaltung ein wichtiges Thema für wirtschaftliche Aktivitäten und Innovationen rund um die Erzeugung  und Nutzung von Wärmeenergie für die Bereitstellung von Heizungs- und Brauchwasserwärme sowie gewerbliche Zwecke auf. In der öffentlichen Diskussion hat der Wärmemarkt bislang nicht die Aufmerksamkeit erhalten wie der Strommarkt. Dennoch werden dort im großen Umfang noch fossile Energien verwendet. Möglichkeiten der Nutzung von erneuerbaren Energien und die Umsetzung von Energieeinspar- und Energieeffizienzaktivitäten sind in diesem Bereich von großer Bedeutung, um den Anteil der fossilen Energien und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Mit einer Veranstaltung im Februar dieses Jahres zur Energiewende im Wärmesektor hatte bereits mein Ministerkollege Dr. Robert Habeck den Blick auf den Wärmemarkt gelenkt. Mit dieser aktuellen Veranstaltung findet die Betrachtung des Wärmemarktes eine Fortsetzung. Dabei werden eine Vielzahl von Ansätzen, Ideen und Projektüberlegungen präsentiert.

Im Bereich der Wärmeenergieerzeugung bieten sich ebenfalls Chancen, Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftlich aktiv zu sein. Hier sind Energieversorgungswirtschaft, Hochschulen, mittelständische Betriebe und das Fachhandwerk gefordert. Als Wirtschaftsminister würde ich es begrüßen, wenn aus dieser Veranstaltung wirtschaftspolitische und technologische Impulse für die Energiebranche ausgehen.

Meyer-quer
Reinhard Meyer
Ministerium

Die Kopplung des Wärmemarktes mit dem Strommarkt zur Verwertung systembedingter regionaler Überschusskapazitäten auch nach weitgehend vollständigem Netzausbau ist derzeit ein sehr breit diskutiertes Thema in verschiedenen Gesellschaftsgruppen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Es wird dabei deutlich, dass eine Verschränkung des Strommarktes mit einem reformierten Wärmemarkt eine Herausforderung auch im Hinblick auf die notwendigen Wärmespeicherkonzepte darstellt. Gleichzeitig wird verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmend bewusst, dass diese Kopplung volks- und betriebswirtschaftlich Chancen aber auch Risiken in der Form beinhaltet, dass bisherige auf Erdgas, Fern-/Nahwärme oder Kraft-Wärme-Kopplung basierende Geschäftsmodelle zur Wärmeversorgung möglicherweise in Zukunft nicht mehr die gewohnten Renditen erzielen bzw. bei abnehmenden Wärmebedarfen durch zunehmend wärmeefiiziente Bauten die fixen und variablen Kosten im Wärmesektor sich stark verändern lassen werden.

Aktuell ergibt sich aus der Krim-Krise zudem noch eine weitere Perspektive, die deutlich macht, dass die Option einer verringerten Abhängigkeit von Erdgasimporten im Vergleich zu anderen Maßnahmen am schnellsten und aus Sicht der Versorgungssicherheit am effektivsten durch verstärkte regionale Nutzung von Überschusskapazitäten im Strommarkt zu erzielen wäre, wenn die verwaltungsrechtlichen und gesetzlichen Voraussetzungen bei gleichzeitigem Ausbau einer Nutzungs- und Wärmespeicherinfrastruktur dafür geschaffen würden.

In dem thematisch breit angelegten Workshop soll daher versucht werden, Chancen, Engpässe und Problemstellung bei der Kopplung des Strom- und Wärmemarktes am Beispiel der Windkraft-Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu identifizieren und Lösungsansätze z.B. auch über F&E-Projekte zu skizzieren.

Prof. Dr. Andreas Dahmke
Logo_CAU_Neu
Prof. Dr.-Ing. Constantin Kinias
ErgoTOP
Jens-Christian Magnussen
Logo Masterplan Energiewende

09.30 Uhr Eröffnung durch Wirtschaftsminister Reinhard Meyer

Wirtschaftliche und technologische Chancen und Notwendigkeit einer Neuausrichtung des Wärmemarktes in Schleswig-Holstein

9.45 Uhr Wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte für einen zukünftigen Wärmepakt

Prof. Dr. rer. nat. Rainer Duttmann und Dr. rer. nat. Michael Nolde (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), Prof. Dr.-Ing. Constantin Kinias und B.Eng. Richard Steidel (ergoTOP I.A.U. GmbH): Dezentrale vs. zentrale Wärmeversorgung für die Haushalte in Schleswig-Holstein, Anfangs- und Randbedingungen für zukunftsfähige Lösungen. Der Ansatz „WindWärme“ im Kontext der ländlichen Räume am Beispiel „Energieregion WindWärme Dithmarschen/Nordfriesland“.

Dr. Joachim Wege (Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.): Die Energiewende aus Sicht der Wohnungswirtschaft: bezahlbare und umweltverträgliche Strom- und Wärmeversorgung

Prof. Dr. Wolfgang Ewer (RA Weissleder & Ewer): Verwaltungsrechtliche Fragen und Problemstellungen bei der regionalen Kopplung des fluktuierenden Stromdargebotes mit dem Wärmemarkt

Prof. Dr. Till Requate (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel): Der Wärmemarkt eine Regelgröße für das fluktuierende Stromdargebot? Volkswirtschaftliche Perspektiven und Randbedingungen

Prof. Dr. Dieter Oesterwind (Zentrum für Innovative Energiesysteme, Fachhochschule Düsseldorf): Neue Geschäftsmodelle für den Einsatz von Power to Heat

Dipl.-Ing. Norman Gerhardt (Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik): Nutzungschancen und Verkaufskonzept von EinsMan-Strom für Industrie und Fernwärme

Dr. Jochen Wilkens (GF Verband der Chemischen Industrie e. V. – Landesverband Nord): Nutzung des fluktuierenden Stromangebotes für den industriellen Bedarf – Potenziale und  Rahmenbedingungen

11.30 Uhr Podiumsdiskussion – Wärmemarkt und Wärmepakt aus Sicht der Politik
Moderation: Prof. Dr. Andreas Dahmke (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Politische und verwaltungstechnische Einschätzung mit Vertretern der Landesfraktionen und der Ministerien
Hartmut Hamerich (CDU)
Oliver Kumbartzky (FDP)
Bernd Maier-Staud (MELUR)

12.15 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr Wärmespeicher, technologische Ansätze und Demonstrationsvorhaben

Prof. Dr. Sebastian Bauer  (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel / Projekt ANGUS+):
Nutzung des Untergrunds als Wärmespeicher: Potentiale und Auswirkungen

Dipl.-Ing. Mark Schröder (AX5 architekten bda): Der thermische Energiebedarf von komplexen Nichtwohngebäuden. Die Umsetzung von innovativen Energiekonzepten mit Wärmespeichern in der Praxis am Beispiel GeoCITTI und dem famila-Warenhaus Kiel-Wik.

Dr.-Ing. Frank Kabus (GF Aufgabenbereich Übertage – Geothermie Neubrandenburg GmbH): Anlagen und Konzepte für Saisonale Wärmespeicherung in geologischen Formationen,  Überlegungen zu einer dezentralen Speicherung von Wärme aus elektrischer Überschussenergie in Mecklenburg-Vorpommern

Prof. Dr.-Ing. Frank Wuttke (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel): Thermohaline
Energiespeicherung in Salzkavernen zur zentralen Wärmeversorgung und
Stromspeicherung

Dr. Thomas Vienken, Dr. Ulrike Werban, Prof. Dr. Peter Dietrich (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ): Wärmespeicherung in der ungesättigten Zone

14.15 Uhr Kaffee- & Teepause

14.45 Uhr
Jens-Christian Magnussen (GF Magnussen EMSR Technik GmbH) und Dipl. Kffr. Nicole Schroeter (GF SCHEER Heizsysteme und Produktionstechnik GmbH): Dezentrale hauseigene Wärmespeichersysteme zur multivalente Beheizung von Immobilien mit fluktuierender regenerativer Energie

15.00 Uhr Podiumsdiskussion – Wärmemarkt und Wärmepakt aus Sicht der Wirtschaft
Moderation: Bürgermeister Peter Schoof (Gemeinde Wöhrden)

Dr. Dieter Perdelwitz (GF Verband der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft e.V.)
Enno de Vries (GF Fachverband Sanitär Heizung Klima Schleswig-Holstein)
Hans Christian Langner (Handwerk Schleswig-Holstein e. V.)
Dipl.-Ing. Simon Jastrzab (IWO – Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. )
Margrit Hintz (GF Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e. V.)

ca. 16.15 Uhr Veranstaltungsende

Stand: 26. Mai 2014